Eine soziologische Perspektive auf Hunde 11 Hundeführer, die als ‚Übersetzer‘ und ‚Fürsprecher‘ für den Hund agieren, was den zugeschriebenen Status des Tieres als „Quasi-Akteur“ untermauert. Eine weitere spezifische Funktion von Hunden ist die des Führhundes für blinde Menschen, die den Forschungsgegenstand für Natalie Geeses Analyse bildet. Den theoretischen Rahmen bilden (im Anschluss an Goffman) Stigmatisierungen, die in Interaktionssituationen von blinden Menschen mit Führhunden und anderen Menschen zum Tragen kommen können. So kann der Führhund in einer Situation zum stigmatisierenden Attribut einer Führhundhalterin werden (insbesondere im Falle tierischen Fehlverhaltens). Dies lässt im Weiteren aber auch nach Strategien des Stigmamanagements fragen, was im Beitrag am Fallbeispiel eines Spaziergangs konkretisiert wird, bei dem sich die (menschlichen) Beteiligten bemühen, durch Strategien der positiven Imagewahrung möglichen Stigmatisierungen vorzubeugen. Harald Künemund, Julia Hahmann und Katja Rackow widmen sich der Funktion von Hunden nicht in einer spezifischen Situation, sondern in einer Lebensphase: der „zweiten Lebenshälfte“. Oftmals werden in der Literatur positive Effekte von Hundehaltung für ältere Menschen unterstellt. Die suboptimale Datenlage reflektierend, zeigt das Autorenteam mit Daten des Sozioökonomischen Panels und des Alterssurveys, dass die Befunde zu Kausalzusammenhängen zwischen dem Hundebesitz als Ursache und besserer Gesundheit oder zufriedenstellenden Sozialkontakten als Wirkung bei älteren Menschen weniger eindeutig belegt werden können, als man es der Literatur gemäß annehmen konnte. Weiterer Forschungsbedarf wird hier als dringend notwendig angesehen. In den meisten Fällen sind Hundebesitzer schließlich irgendwann mit der Krisensituation konfrontiert, dass ihr Hund stirbt. Matthias Meitzler setzt den Fokus auf Umgangsweisen mit der Trauer durch die Besitzer, die teilweise auch im öffentlichen Raum einen Ausdruck findet. Im Rahmen eines Forschungsprojekts über den Wandel von Bestattungskulturen analysiert er u. a. zunehmend individuell gestaltete Hundegräber auf Tierfriedhöfen und zeigt auch, inwiefern sich als legitim angesehene Formen der Trauer bei menschlichen vs. tierischen Verstorbenen unterscheiden oder umgekehrt eine Antropomorphisierung stattfindet und welche Trends beobachtbar sind (z. B. Infantilisierung, Mediatisierung). Am Beispiel des Umgangs mit Trauer arbeitet Meitzler somit heraus, welche Merkmale und welchen Status Menschen Hunden zuschreiben.
Eine soziologische Perspektive auf Hunde 11 Hundeführer, die als ‚Übersetzer‘ und ‚Fürsprecher‘ für den Hund agieren, was den zugeschriebenen Status des Tieres als „Quasi-Akteur“ untermauert. Eine weitere spezifische Funktion von Hunden ist die des Führhundes für blinde Menschen, die den Forschungsgegenstand für Natalie Geeses Analyse bildet. Den theoretischen Rahmen bilden (im Anschluss an Goffman) Stigmatisierungen, die in Interaktionssituationen von blinden Menschen mit Führhunden und anderen Menschen zum Tragen kommen können. So kann der Führhund in einer Situation zum stigmatisierenden Attribut einer Führhundhalterin werden (insbesondere im Falle tierischen Fehlverhaltens). Dies lässt im Weiteren aber auch nach Strategien des Stigmamanagements fragen, was im Beitrag am Fallbeispiel eines Spaziergangs konkretisiert wird, bei dem sich die (menschlichen) Beteiligten bemühen, durch Strategien der positiven Imagewahrung möglichen Stigmatisierungen vorzubeugen. Harald Künemund, Julia Hahmann und Katja Rackow widmen sich der Funktion von Hunden nicht in einer spezifischen Situation, sondern in einer Lebensphase: der „zweiten Lebenshälfte“. Oftmals werden in der Literatur positive Effekte von Hundehaltung für ältere Menschen unterstellt. Die suboptimale Datenlage reflektierend, zeigt das Autorenteam mit Daten des Sozioökonomischen Panels und des Alterssurveys, dass die Befunde zu Kausalzusammenhängen zwischen dem Hundebesitz als Ursache und besserer Gesundheit oder zufriedenstellenden Sozialkontakten als Wirkung bei älteren Menschen weniger eindeutig belegt werden können, als man es der Literatur gemäß annehmen konnte. Weiterer Forschungsbedarf wird hier als dringend notwendig angesehen. In den meisten Fällen sind Hundebesitzer schließlich irgendwann mit der Krisensituation konfrontiert, dass ihr Hund stirbt. Matthias Meitzler setzt den Fokus auf Umgangsweisen mit der Trauer durch die Besitzer, die teilweise auch im öffentlichen Raum einen Ausdruck findet. Im Rahmen eines Forschungsprojekts über den Wandel von Bestattungskulturen analysiert er u. a. zunehmend individuell gestaltete Hundegräber auf Tierfriedhöfen und zeigt auch, inwiefern sich als legitim angesehene Formen der Trauer bei menschlichen vs. tierischen Verstorbenen unterscheiden oder umgekehrt eine Antropomorphisierung stattfindet und welche Trends beobachtbar sind (z. B. Infantilisierung, Mediatisierung). Am Beispiel des Umgangs mit Trauer arbeitet Meitzler somit heraus, welche Merkmale und welchen Status Menschen Hunden zuschreiben.
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