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Hunde, wollt ihr ewig leben? Der tote Vierbeiner – ein Krisentier Matthias Meitzler „Als Hund eine Katastrophe, als Mensch unersetzlich.“ Grabinschrift von ,Cooky‘ Ein Friedhof im Norden von München. An einem sonnigen Novembervormittag steht Frau Schulze, eine ältere Dame, vor einer aufwändig hergerichteten Grabstätte. „In inniger Liebe, unvergessen, lebst du in unseren Herzen“, steht in goldfarbener Schrift auf der weißen Steinplatte in Herzform. „Es ist noch nicht ganz fertig“, berichtet Frau Schulze, während sie, mit einem kleinen Rechen in der Hand, das heruntergefallene Laub beiseiteschiebt. „Der zweite Stein kommt bald noch“. Fast jeden Tag und bei jedem Wetter fahre sie die knapp vierzig Kilometer von ihrem Wohnort in der südlichen Münchner Peripherie mit der S-Bahn bis zum Totenacker. „Hier liegen meine beiden Lieblinge“, sagt sie. Doch nicht ihre Eltern, nicht ihre Geschwister, nicht ihre Kinder und auch nicht ihre früheren Lebensgefährten sind hier zur letzten Ruhe gebettet – sondern ihre beiden Hunde Luna und Snoopy. Wir befinden uns auf einem Tierfriedhof. Dieser Beitrag befasst sich zunächst mit der soziologischen Bedeutung von (Heim-)Tieren unter besonderer Berücksichtigung von Hunden als ‚geselligen Subjekten‘. Danach richtet sich der Fokus auf das Lebensende von Hunden, welches sie zu Krisentieren und ihre Besitzer zu trauernden ‚Angehörigen‘ macht. Auf eine Analyse des Hundetodes, der – gerade so wie bei einem menschlichen Todesfall – nach Bewältigungsleistungen verlangt, folgt schließlich eine Betrachtung typischer Gestaltungselemente von Hundegräbern zeitgenössischer Tierfriedhöfe. Empirische Grundlage ist ein Forschungsprojekt über den Wandel der Bestattungskultur, das auch den gesellschaft lichen Relevanzzuwachs des Heimtiertodes mit in den soziologischen Blick nimmt. 

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